So., 02.08.2026, Inzigkofen
Am Sonntag, 2. August 2026, ist das Inzigkofer Bauernmuseum des Schwäbischen Albvereins von 14 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Das 1984 geschaffene Museum im barocken Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Augustinerchorfrauenstifts Inzigkofen präsentiert auf einer Ausstellungsfläche von ca. 700 qm mehr als 500 Arbeitsgeräte und Maschinen zum Strukturwandel in der regionalen Landwirtschaft vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre. Neben einfachen Gerätschaften aus der vortechnischen Zeit wie Pflügen, Eggen, Leiterwagen, Rechen und Furken sind im Bauernmuseum vor allem Maschinen zu sehen, die im Gefolge von Mechanisierung, Elektrifizierung und Motorisierung bei der Hof- und Feldarbeit den menschlichen und tierischen Muskeleinsatz zunächst erleichterten und schließlich ersetzten. Die Bandbreite der Ausstellungsstücke reicht von der Grasmähmaschine, dem Pferderechen, dem Getreidebindemäher und dem Säulengöpel, die noch von Zugtieren gezogen wurden, über Dreschmaschinen, Heu- und Garbenaufzüge, Jauchepumpen und Milchzentrifugen, die von Elektromotoren angetrieben wurden, bis zum Traktor, der seit etwa 1950 rasant die Pferde-, Ochsen- und Kuhgespanne ablöste und die Feldarbeit umfassend revolutionierte. Die Schau von bäuerlichen Arbeitsgeräten und Maschinen wird ergänzt durch landwirtschaftsnahe Handwerke wie eine Schmiede oder eine Drechslerei, ländliche Transportfahrzeuge sowie Einblicke in die bäuerliche Wohnkultur vor 100 Jahren mit Bauernstube, Schlafkammer und Küche mit offenem Kamin.
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Grasmähmaschine der Firma Fahr, Gottmadingen. Von Pferden oder Kühen gezogene Maschinen zur Felderbearbeitung standen vor über 100 Jahren am Beginn der technischen Revolution in der Landwirtschaft. Vorlage: Bauernmuseum Inzigkofen
Um 15 Uhr bieten der langjährige Albvereinsvorsitzende Erich Beck und Kulturwart Dr. Edwin Ernst Weber eine Führung durch das Bauernmuseum zum Thema „Wie die Technik auf das Land kam“ an. Es geht dabei um die schrittweise Ablösung der alten arbeitsintensiven Landschaft durch die moderne kapitalintensive und technisch hochgerüstete Agrarwirtschaft. Waren die Felder früher namentlich in der Erntezeit von Scharen von arbeitenden Menschen und Zugtieren bevölkert, so drehen heute einsame Riesentraktoren mit den unterschiedlichsten Arbeitsgeräten ihre Runden. Bei der Führung werden ausgewählte Arbeitsgeräte und Maschinen erläutert und vorgeführt. Der Museumsbesuch und die Teilnahme an der Führung sind kostenfrei, Spenden für den Unterhalt des Museums sind willkommen.
Bericht u. Abbildung: Dr. Edwin Ernst Weber
